Chronik

Am 23. August 1926 trafen sich im damaligen Rathaussaal die erstaunliche Zahl von 71 Friedensdorfer Männern. Beunruhigt durch einen plötzlich ausgebrochenen Wohnhausbrand, bei dem auch Menschenleben in Gefahr gerieten, schritt man an diesem Tag zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Friedensdorf. Durch Zuruf wurden als Kommandant Johannes Debus, als Stellvertreter Johannes Bösser gewählt und allen Anwesenden ihre zukünftigen Aufgaben als Steiger, Obersteiger, Hydrantenführer, Spritzenführer, Wassermannschaften, Sanitäter, Hornisten u.s.w. zugeteilt. Der anwesende Kreisbrandmeister Achenbach stellte einige Zuschüsse in Aussicht. Aus der Nassauischen Brandkasse wurde eine Prämie von 400 Mark bewilligt. Außerdem wurde in Folge von der Aachener und Münchener Feuerversicherung in Anerkennung der Verdienste bei dem Wohnungsbrand und der raschen Hilfe eine Beihilfe von 50 Mark überwiesen.

Am 12. März 1927 traf man sich erneut zu einer Versammlung im Saal der Gastwirtschaft Balzer, um den kompletten Vorstand zu wählen. Wieder wurde durch Zuruf einstimmig gewählt:

Vorsitzender und Wehrführer: Johannes Debus
Stellvertreter: Johannes Bösser
Schriftführer: Wilhelm Nispel
Kassenwart: Andreas Bickhardt
Beisitzer: Wilhelm Heck, Ludwig Ortmüller,
Johannes Pfeiffer

Als monatlicher Beitrag wurden 20 Pfennig gutgeheißen. Die Übungsstunden wurden auf Sonntagmorgen von 7 - 9 Uhr festgelegt. Im Januar 1927 wurde zum ersten Mal der Bezirksfeuerwehrtag in Endbach besucht. 6 Männer vertraten die Friedensdorfer Wehr. Als Entschädigung für besondere Aufwendungen wurden 2 Mark je Teilnehmer aus der Kasse bezahlt.

1927 nahm Wehrführer Johannes Debus auf Kosten der Nassauischen Brandversicherung an einem Lehrgang an der Feuerwehrschule in Idstein teil. Eine Sanitätsausrüstung wurde erworben, einer Erhöhung des Beitrages auf monatlich 30 Pfennig zugestimmt. Die Kasse hatte am 1. Januar 1928 einen Bestand von 132,20 Mark und wurde verzinslich bei der Spar- und Darlehnskasse angelegt. Ein Antrag auf Gründung einer Feuerwehrkappelle wurde auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. Auffallend bei allen Versammlungen und Tagungen in dieser Zeit ist die hohe Beteiligung der Mitglieder.

In 1934 wurde die erst seit dem vorhergehenden Jahr gültige Mustersatzung des Nassauischen Feuerwehrverbandes für hinfällig erklärt, da im neuen nationalsozialistischen Staat auch die ganze Feuerwehrorganisation durch neue Satzungen geregelt wurde, die u. a. bestimmte, dass jede Zusammenkunft mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Adolf Hitler zu enden habe. Der totalitäre Staat, der die Gleichschaltung aller Organisationen in seinem Programm festgeschrieben hatte, drückte auch den Feuerwehren seinen Stempel auf. So wurde aus ihnen straff geführte, fast militärische Formationen die in ihrem Dienstplan auch Marsch- und Exerzierübungen zweckentfremdet einsetzen mussten.

Trotz allem, die Feuerwehr fand auch in diesen Jahren regen Zulauf. Alle dörflichen Gruppen arbeiteten hier zusammen, was durchaus nicht selbstverständlich für Friedensdorf war. So stand der Bauer neben dem Arbeiter an der Spritze, der Angehörige der Kirchengemeinde neben dem der Freien Gemeinde und dem Mitglied des Männergesangvereines. In einzelnen Fällen traten auch 18-jährige junge Männer der Feuerwehr bei, um dadurch der Mitgliedschaft in der nationalsozialistischen SA zu entgehen. Man musste ja in dieser Zeit irgendwo Mitglied sein.

Alle Löschübungen und Brandeinsätze mussten bis dahin noch mit einer Handspritze und Pumpe getätigt werden. Erst im Jahr 1934 Konnte die Gemeinde die erste Motorkraftspritze der Wehr zur Verfügung stellen.

Nach dem Krieg dauerte es einige Zeit bis sich die Feuerwehr in Friedensdorf wieder neu formieren konnte. Die nach und nach heimkehrenden Kriegsteilnehmer lehnten es zum größten Teil ab, Vereinen und Organisationen, und seien es auch der Allgemeinheit dienende, beizutreten. Versuche, in den Jahren 1945 - 1947 die Feuerwehr neu zu gründen, scheiterten an mangelnder Beteiligung.

Erste Anfänge aus dem Jahr 1948 unter dem alten Wehrführer und den neuen Mitgliedern Willi Funk, Heinz Paul und Hermann Heck sind bekannt. aus dem Jahr 1952 liegt ein Protokoll einer Generalversammlung vor, in der Johannes Debus durch Zuruf neu gewählt wurde. Er nahm die Wahl bis zur Bestimmung eines Nachfolgers an. Drei Angehörige der alten Wehr erklärten sich bereit, bei der Ausbildung der neuen Wehr mitzuarbeiten. Im gleichen Jahr übernahm Gerhard Jakoby das Amt des Wehrführer, bis zum Jahr 1954. Ihm folgte Hermann Krämer, der 1958 von Hermann Heck abgelöst wurde.

1970 konnte ein neues Löschfahrzeug LF8 mit Schlauchanhänger von der Gemeinde Friedensdorf übergeben werden. Der Brandschutz konnte dadurch erheblich verbessert werden. Die Übergabe wurde mit einem Bezirks-Feuerwehrfest verbunden. In der alten Schule wurde eine Unterstellmöglichkeit für das neue Gerät geschaffen. In den kommenden Jahren erfolgte die Ausbildung an den Atemschutzgeräten.

1975 kam es zur Gründung einer Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Lothar Becker, die 1978 zweiundzwanzig Aktive zählte. Bei der Ortsbrandmeisterwahl im November 1979 in Dautphe wurde Lothar Becker zum Ortsbrandmeister der Großgemeinde Dautphetal gewählt. Seine Nachfolge in der Betreuung der Jugendfeuerwehr übernahmen Joachim Fett und Volker Platt.

Eine neue Garage für den VW-Bus wurde 1981 bei der alten Schule errichtet.

Nach Eröffnung der Dautphetalschule hatte die Feuerwehr ein neues Domizil im leerstehenden alten Dorfschulgebäude gefunden, dessen Ausbau 1985 mit der Errichtung eines Feuerwehrraumes fortgesetzt wurde. Die Arbeiten wurden von den Aktiven in Eigenleistung ausgeführt. Die Kosten des Ausbaues von ca. 4.000,00 DM wurden der eigenen Kasse entnommen.

1986 konnte die Wehr ihr sechzigjähriges Jubiläum feiern.

Nach kurzer Krankheit starb 1989 der langjährige Wehrführer Hermann Heck. Sein Tod beendete eine Mitgliedschaft in der Friedensdorfer Feuerwehr von 41 Jahren, davon allein einunddreißig Jahre als Wehrführer. Zu seinem Nachfolger wurde im gleichen Jahr Reinhold Schmitt gewählt.

Den Ausbau der alten Schule zum Feuerwehrgerätehaus mit Schulungsraum setzte man 1995 mit ca. 1.200 Arbeitsstunden fort. 1996 wurden nochmals ca. 1.200 Arbeitsstunden geleistet und 15.260,00  DM an Eigenmitteln investiert.

Im Jahr 1997 wurde von der Gemeinde ein neues LF8/6 mit der Zusatzbeladung für Verkehrsunfälle beschafft. Um die Einsatzbereitschaft bei Verkehrsunfällen weiter zu erhöhen, wurde am 27.11.1999 ein RW 1 sowie Schere und Spreizer aus eigenen Vereinsmitteln beschafft. Somit ging dann auch das alte LF8 außer Dienst. Um weiter alle Einsatzkräfte an die Einsatzstelle bringen zu können, wurde dann im Jahr 2000 ein Mannschaftstransportfahrzeug aus Vereinsmitteln beschafft und neu aufgebaut.

Und wieder wurde gebaut. Um alle Fahrzeuge standesgemäß unterzubringen wurde im Jahr 2001 eine weitere Garage aus Vereinsmitteln angebaut. Es wurden ca. 1.020 Arbeitsstunden geleistet, kosten ca. 34.000,00 DM. Die Garage wurde der Öffentlichkeit im Rahmen der Feier zum 75-jährigen Jubiläum, welches im Bürgerhaus und am Gerätehaus gefeiert wurde, vorgestellt.

Bei der Jahreshauptversammlung am 16.02.2002 wurde der Vorstand neu gewählt. Der Wehrführer Reinhold Schmitt, der Kassenwart Uwe Koch und der Schriftführer Gerd-Jürgen Koch stellten ihre Ämter zur Verfügung. Nachdem der neue Vorstand gewählt wurde, der auch heute noch im Amt ist, bedankte sich der neue Wehrführer Ronny Trösch in Form von Geschenkkörben für die langjährige Mitarbeit im Vorstand.

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